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Der Liebesbund Buch Cover

Der Liebesbund: Psychologische und spirituelle Aspekte des mystischen Weges
von Llewellyn Vaughan-Lee

Das Folgende ist ein Auszug aus dem Buch.

Beschreibung

 

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Die Schattenseite des Spirituellen Lebens

Das, wovon wir sprechen, kann man durch Suchen nicht finden,
doch nur die Suchenden finden es.
— Abû Yazîd 'l-Bistâmî


ES GIBT KEINEN GOTT AUßER GOTT

Die Sufis glauben an die Einheit des Seins, weil es nichts anderes gibt als Gott. Diese letzte Wahrheit kommt im shahada zum Ausdruck, wo es heißt "La ilaha illa 'llah" ("Es gibt keinen Gott außer Gott"). In der Tiefe des Herzens wissen wir darum, denn dies ist der geheime Vertrag zwischen dem Schöpfer und Seiner Schöpfung. Wir wissen, daß wir nichts anderes sind als Gott. Das Ziel eines jeden mystischen Pfades ist es, zu diesem ursprünglichen Wissen zurückzukehren, zu wissen, was wir wußten, bevor wir die Trennung von Gott erfuhren.(1)

Diese Wahrheit liegt wie ein Embryo in uns verborgen. Sie ist die Essenz des Bewußtseins. Unserem gewöhnlichen Verständnis nach ist Bewußtsein zwangsläufig mit Dualität verbunden, mit der Trennung von Subjekt und Objekt. Ohne Unterscheidung gibt es kein Bewußtsein. Alles, was geschaffen wurde, ist verschieden und individuell; kein Blatt gleicht dem anderen. Doch der Mystiker weiß, daß das Bewußtsein eine weitere Dimension hat, in der man von Dingen nicht deshalb weiß, weil sie getrennt sind, sondern weil sie eines sind: "In unserem Spiegelsaal erscheint die Landkarte eines Antlitzes."(2) Das Erkennen der Einheit innerhalb der Vielheit ist das Erkennen des Schöpfers, der sich in der Schöpfung verkörpert. Das ist der wahre Sinn und Zweck des Bewußtseins, wie es im Koran, Sure 7/171 heißt: "Vor der Schöpfung rief Gott die zukünftige Menschheit aus den Lenden des noch nicht geschaffenen Adam und redete sie an: 'Bin ich nicht euer Herr?' ( alastu bi-rabbikum) und sie antworteten: 'Ja wir bezeugen es' ( bala shahidna)."(3) Der Zeuge (shahid), jener, der Gott in allem sieht.

Um diesen Bewußtseinszustand zu verwirklichen, müssen wir ihn paradoxerweise verlieren. Wir müssen das Getrenntsein von Gott erfahren, um zu erkennen, daß wir nie von Gott getrennt waren. Der Mystiker tritt mit dem einzigen Ziel in diese Welt, diesen Zustand der Einheit wiederzuentdecken und ihn zu leben. Indem er geboren wird, unterzieht er sich dem Schmerz des Getrenntseins, damit er Gott vollständiger erkennt - damit er Gott so erkennt, wie Er Sich Selbst in Seiner Schöpfung offenbart hat. In Seiner Schöpfung hat Gott Seine ewige Majestät und Seine ewige Schönheit zur Darstellung gebracht und es so ermöglicht, daß Er umfassender erkannt werden kann. Im Innersten Seiner Schöpfung gibt es einen zutiefst geheimen Aspekt Seiner Selbst. Es ist das Ziel des Mystikers, dieses Geheimnis zu entdecken und es wiederum dem Geliebten zum Geschenk zu machen. Dieses Geheimnis läßt sich nicht in Worten vermitteln; es ist in dem gesamten Mysterium der Reise des Mystikers zurück zu Ihm enthalten.

Zur Reise von Gott zurück zu Gott gehört der leidensvolle Prozeß der Trennung. Wenn wir diese Welt betreten, verlassen wir den Zustand der ungeschaffenen Einheit und werden vom Vergessen überwältigt. Indem wir geboren werden, überlassen wir uns diesem Unwissen, dieser Trennung von dem direkten Wissen um Gott. Doch zugleich tragen wir die tiefe Bindung des Liebenden an den Geliebten in uns: "Im Erinnern an den Geliebten zechten wir mit einem edlen Tropfen, der uns trunken machte vor der Erschaffung des Weines."(4) Diese Bindung zeigt sich als Seufzer der Seele, als Sehnsucht, die nicht allein nur den Schmerz des Getrenntseins enthält, sondern auch das Wissen um Ihn, von dem wir getrennt sind. Ohne dieses Wissen gäbe es keinen Schmerz. Im innersten Kern der Sehnsucht liegt das Wissen, daß es keine Trennung gibt, daß der Liebende und der Geliebte immer vereint sind. Es ist ein Paradox, das im Herzen des Suchenden brennt: Wir sind vereint und dennoch getrennt; es gibt nur Einheit, und dennoch sind wir in Dualität gefangen. Es ist dasselbe wie das Paradox, daß Bewußtsein Trennung erfordert, die höchste Form des Bewußtseins jedoch den Inhalt hat, daß es keine Trennung gibt.

Jene, die sich auf die leidvolle Reise heimwärts begeben, tun das deshalb, weil sie dieses Heim nicht völlig vergessen haben. Als sie in diese Welt kamen, bewahrten sie einen Teil des Bewußtseins der Verbindung. Das ist ein Segen und ein Fluch zugleich. Es ist ein Segen, weil es verhindert, daß wir völlig von den Dingen dieser Welt überflutet werden und uns in den Verführungen der Maya verlieren. Wie sehr wir auch in die Angelegenheiten unserer äußeren Welt verstrickt sein mögen—es bleibt doch immer ein Gefühl, daß dies nicht alles ist, daß etwas Wichtigeres auf uns wartet. Doch es erweist sich auch als Fluch, denn es gibt uns das Gefühl, daß wir nicht hierher passen, daß wir immer Fremde sind in dieser Welt. Oft kennen wir den Grund nicht, der uns so fühlen läßt. Wir wissen nicht, daß wir im Inneren dem Geliebten so nahe sind, daß Er uns nicht erlaubt, Ihn zu vergessen. Wir denken, es sei unser Fehler oder unser Versagen, daß wir etwas anderes wollen, als die Welt uns zu bieten hat. Es kann besonders schmerzhaft sein, wenn wir Eltern haben, die dieses tiefe Bedürfnis nicht verstehen können und vielleicht sogar eifersüchtig sind, weil sie unsere innere Verbindung mit etwas erahnen, das sich ihrem Zugriff entzieht.

Eine Freundin wartete, bis sie über vierzig war, bevor sie die Verbindung mit einer inneren Nähe wiederaufnahm, die sie als Kind erlebt hatte. Dann träumte sie einen langen komplizierten psychologischen Traum, an dessen Ende sie eine Figur in einer Tür stehen sah. Als sie den Traum bearbeitete, erkannte sie, daß diese Figur ihre "erste Liebe" war. Zuerst brachte sie ihren Vater mit dieser ersten Liebe in Verbindung, doch dann erkannte sie, daß nicht er es war, sondern ihre Beziehung zu Gott. Als Kind hatte sie eine sehr direkte Beziehung zu Gott. Als Kind hatte sie eine sehr direkte Beziehung zum Geliebten. Doch ihr Vater, der ihre Liebe für sich haben wollte, spürte diese tiefe Liebe, wurde eifersüchtig und veranlaßte so die Tochter, sie zu unterdrücken. Viele leidensvolle Jahre lebte sie getrennt von der einen Beziehung, die wirklich Bedeutung für sie hatte. Doch dann erwachte ihre erste Liebe; sie stand in der Tür und rief sie still zurück in sich selbst. Er hatte immer dort gewartet. Er hatte darauf gewartet, daß sie sich zurückwenden würde zu der Freude und dem Schmerz, die das Versprechen der Liebe darstellen:

In der Minute, in der ich meine erste Liebesgeschichte hörte, begann ich, nach Dir Ausschau zu halten, nicht wissend, wie blind das war.
Es ist nicht so, daß Liebende sich endlich irgendwo begegnen. Sie sind immer schon einer im anderen.(5)

In einem anderen Fall war es die Mutter, die eine Frau aus meiner Nähe dazu brachte, ihre Spiritualität zu leugnen. Sie fühlte sich bedroht vom Wissen der Tochter um ihre innere Weichheit, die ihr selbst nicht zugänglich war, und deshalb bekämpfte sie die innere Beziehung ihrer Tochter. Von Verzweiflung in die Depression getrieben, versuchte die Tochter, ihre Spiritualität aufzugeben, um ein normales, gesellschaftlich akzeptables Leben zu füren. Ein paar Jahre lang schien dies möglich zu sein, doch unterschwellig wurde das Leben für sie immer sinnloser. Es wurde so leer, daß sie an die Grenze gelangte; sie wäre gestorben, wenn sie sich nicht ihrer inneren Vision überlassen hätte. Für jene, die den Fluch der Erinnerung in sich tragen, ist das spirituelle Leben keine Sache der Entscheidung, sondern vielmehr ein tiefes und schmerzhaftes Bedürfnis. Es ist eine offene Wunde, die nur der Geliebte heilen kann.

Die Erinnerung an das, was jenseits von allem liegt, ist wie ein Sandkorn in einer Auster, um das sich die Perle bildet. Sie bewirkt eine schmerzhafte Reibung zwischen der äußeren und der inneren Welt. Je stärker die Erinnerung, desto stärker ist die Reibung. Eines Tages entsteht durch diese Reibung ein Feuer, das wir nicht übersehen können. Das ist der Augenblick, in dem die spirituelle Suche ernstlich beginnt. Dann ist es so weit, daß wir uns von der äußeren Welt abwenden und die unsichtbare Ursache unseres Schmerzes zu suchen beginnen.


DIE ABWENDUNG VON DER WELT

Traditionell bildet tauba die erste Stufe auf dem Sufi-Pfad. Wörtlich übersetzt bedeutet tauba "Reue oder Veränderung des Herzens". Doch das ist irreführend, denn im religiösen Konzept bedeutet Reue: "Wenn ich etwas Falsches getan habe, gelobe ich, es zu bereuen und Buße zu tun, und ich gelobe, es nicht wieder zu tun." Im mystischen Kontext hingegen ist tauba ein neues Ausrichten des Herzens. Es ist ein spirituelles Erwachen, das durch ein äußeres Ereignis oder ein inneres Geschehen, einen Traum oder eine Vision ausgelöst werden kann. Als ich sechzehn Jahre alt war, las ich zufällig den Zen-Spruch:

Die Wildgänse werfen ihr Spiegelbild ohne Absicht,
Das Wasser denkt nicht daran, ihr Bild zu empfangen.

Dieser Spruch war wie ein Schlüssel, der mir eine innere Tür öffnete, und zwei Wochen lang lachte ich mit der Freude der Seele über alles, was ich sah. Ich begann zu meditieren und entdeckte eine Wirklichkeit, die mächtiger und bedeutungsvoller war als die äußere Welt, in der ich mich, wie ich erkannte, schon lange als Fremder gefühlt hatte. Viele Jahre später entdeckte ich, daß dies auch ein Lieblingsspruch von Bhai Sahib war, dem Sufi-Meister in "Der Weg durchs Feuer". Er verglich oft die rätselhafte Natur des Pfades mit den Vögeln im Flug: "Sieh die Vögel am Himmel. Kannst du der Spur ihres Fluges folgen?"

Das erste Erwachen des Suchenden ist ein Augenblick der Wahrnehmung einer anderen Wirklichkeit. Es ist stets ein Geschenk und kann nicht durch den Wunsch des Schülers herbeigerufen werden. Jemand fragte Rabi'a:

"Ich habe viele Sünden begangen; wenn ich mich in Reue Gott zuwende, wird Er sich dann auch mir zuwenden?"
"Nein", antwortete sie, "aber wenn Er sich dir zuwendet, wirst du dich Ihm zuwenden."(6)

Die spirituelle Suche ist die Antwort auf einen Ruf: Weil Er uns zu sich ruft, wenden wir uns ab von der Welt und suchen Ihn. Dann beginnt die lange und einsame Reise heimwärts, der "Flug des Einsamen zum Einsamen".

Sein Ruf entzündet den spirituellen Instinkt in uns. Jedes menschliche Wesen kommt mit zwei Hauptinstinkten auf diese Welt: dem Willen zum Leben und dem Willen zur Anbetung. Es ist der letztere Instinkt, der durch den Geliebten so nachdrücklich geweckt wird, daß wir nicht zufrieden damit sind, Ihn anzubeten, sondern daß wir uns mit Ihm vereinigen wollen. Jeanne Guyon, eine Kontemplative des siebzehnten Jahrhunderts, beschreibt dieses instinktive Erwachen:

Sobald Gott einen Suchenden berührt hat, gibt er diesem neuen Gläubigen einen Instinkt, so daß er vollständiger zu Ihm zurückkehren und mit Ihm vereinigt werden kann. Es ist etwas im Gläubigen, das weiß, daß er nicht um des Vergnügens oder um der Trivialitäten der Welt willen geschaffen wurde, sondern daß er auf ein Ziel hinlebt, das im Herrn sein Zentrum hat. Etwas im Gläubigen verlangt danach, ihn zur Rückkehr zu einem Ort zu veranlassen, der tief im Inneren liegt, zu einem Ort der Ruhe. Es ist etwas Instinktives, dieser Sog, zu Gott zurückzukehren. Manchen widerfährt es in größerem Maße, manchen in kleinerem, je nach Gottes Plan. Doch jeder Gläubige hat diese Ungeduld der Liebe, zu seinem Ursprung zurückzukehren.(7)

Der Geliebte hat seinen Liebenden zu den tiefsten Bedürfnissen der Seele erweckt, zu dem Hunger, der der Suchenden treibende Kraft ist: "Nähre mich, denn ich bin hungrig, und die davoneilende Zeit ist ein Schwert."(8) Dieser Hunger ist der Instinkt, der jeder spirituellen Reise innewohnt, und er wird oft von dem verzweifelten Gefühl begleitet, daß er niemals zu stillen sei. Das spirituelle Leben ist ein Sehnen, das durch nichts, was die Welt zu bieten hat, erfüllt werden kann, und sein Erwachen ist für das Ego oft zutiefst erschreckend. Für manche Menschen bedeutet die Erfahrung von tauba einfach, daß ein sinnloses Leben einen Sinn erhält, und sie sind nur zu gern bereit, sich von der Welt abzuwenden, der sie sich schon seit langem entfremdet fühlten. Aber es gibt auch jene, die sich in ihrem weltlichen Leben abgemüht haben, sich ihre Unabhängigkeit erkämpft haben und nach weltlichen Maßstäben erfolgreich wurden. Wenn sie dann Seinen Ruf im Herzen vernehmen, wissen sie, was er bedeutet. Sie wissen, daß ihnen alles, worum sie gekämpft haben, genommen wird, nicht nur, was die materielle Welt betrifft, sondern auch das Gefühl, über das eigene Leben bestimmen zu können. Es ist diese Illusion der Freiheit oder Selbstbestimmung, im Westen so hochgeschätzt, die oft am schwersten loszulassen ist. Obwohl die wahre Freiheit daher rührt, daß sich das Ego dem Selbst hingibt, widersetzt sich das Ego mit aller Kraft und Überredungskunst. So wird der Suchende hin- und hergerissen zwischen seinem Verlangen, auf den Ruf des Geliebten zu antworten, und seinem Wissen darum, was dieser tatsächlich bedeutet. Doch die Tatsache, daß das spirituelle Leben solch einen Konflikt hervorruft, stammt allein daher, daß das Individuum innerlich zutiefst Gott anheimgegeben ist und weiß, daß es, sobald es durch diese Tür geschritten ist, die Arena seines eigenen Todes betritt.

Die Abwendung von der Welt ist im ersten Teil des shahada enthalten, La ilaha, "Es gibt keinen Gott". Das Prinzip der Negation, denn jeder spirituelle Pfad lehrt, daß man das Ziel nicht in der äußeren Welt finden kann, sondern nur in der inneren: "Das Königreich Gottes ist in dir." Deshalb wendet sich, wenn wir den Pfad betreten, unsere Aufmerksamkeit weg von der äußeren Welt und hin zur inneren Welt. Aus der Tiefe unseres Herzens ruft Er uns, und durch die spirituellen Praktiken des Pfades lernen wir, wie wir zu Ihm kommen, wie wir in die innere Welt eintreten können. Meditation ist im allgemeinen die wichtigste Praxis, da sie die Blickrichtung des Suchenden verändert, zuerst durch die Beruhigung der äußeren Aktivität des Geistes und dann, indem sie ihn für seine inneren Erfahrungen aufwachen läßt. Andere spirituelle Übungen können eine ähnliche Wirkung haben. Vor allem das dhikr, die Wiederholung des Namens Gottes, hält die innere Aufmerksamkeit des Wanderers weg von der Welt und zu Gott hin gerichtet.

Auch zu einer spirituellen Gruppe zu gehören und in der Gegenwart eines Lehrers zu sein, kann dem Wanderer helfen, den inneren Blick in die Richtung seiner Suche gerichtet zu halten. Der Lehrer und die Gruppe, aufgeladen mit der Energie des Pfades, wirken als Magnet, ziehen die Aufmerksamkeit des Suchenden an und lenken sie zum Herzen hin. Auf einer bewußteren Ebene hilft die Gegenwart der anderen, für welche die innere Suche ein reales und ernsthaftes Unterfangen ist, die Bemühungen des Einzelnen zu unterstützen. Die Meditation in der Gruppe kann die Erinnerung an die gemeinsame Vision wachrufen, die uns an die innere Welt gemahnt. Die Tradition und die spirituelle Linie des Lehrers und der Gruppe helfen dem Wanderer durch die unsichtbare Präsenz all jener, die in früheren Jahrhunderten auf diesem Pfad gewandert sind. Die spirituelle Weltliteratur, die heute wie noch niemals zuvor jedem zugänglich ist, gibt ebenfalls dem Suchenden die Möglichkeit zu erkennen, daß sein eigenes Verlangen nach dem Jenseitigen ein Aspekt der kollektiven spirituellen Reise der Menschheit ist; und diese Reise hat stets die Bestätigung gebracht, daß Wahrheit eine innere Wirklichkeit ist, die alles transzendiert, was in der äußeren Welt zu finden ist.

Alle diese Stützen sind besonders in unserer westlichen materiellen Kultur von Bedeutung, die kollektiv den Wert, wenn nicht gar die Existenz der inneren Welt leugnet. Auf diese Weise wird dem Wanderer eine Identität und ein Gefühl der Zugehörigkeit gegeben, die auf den ersten—schwierigsten—Stufen des Pfades sehr nötig sind. Die anfängliche Erfahrung von tauba lenkt unsere Aufmerksamkeit weg von der Welt. Dann lassen wir uns bewußt auf die Rolle des Suchenden ein, des spirituellen Wanderers, der sich auf den Weg zurück zum Geliebten macht. Diese Reise scheint mit Seinem Ruf zu beginnen, der uns weckt; doch ruft Er nur jene, die bereits zu Ihm gehören, die Er in die Welt hinausgesandt hat, damit sie das Geheimnis offenbaren, das in der Schöpfung verborgen ist. Ich war einmal bei einer Konferenz, auf der jemand fragte: "Wie wird man ein Sufi?" Eine Teilnehmerin, die auf der bewußten Ebene nichts über den Sufismus wußte, antwortete instinktiv: "Soweit ich verstehe, ist es nicht so, daß man ein Sufi wird. Du warst schon immer ein Sufi, aber du wußtest es nicht." Drei Jahre später hatte die Frau, die diese zutreffende Antwort gegeben hatte, einen Traum, in dem sie eingeladen wurde, sich einem Kreis von weiß gekleideten Figuren zuzugesellen. Als sie den Traum erzählte, erkannte sie plötzlich, daß sie—wie sie schon lange vermutet hatte—immer ein Sufi gewesen war. Dieser Traum signalisierte, daß es nun an der Zeit für sie war, dies völlig anzuerkennen.

Die Reise heimwärts begann in dem Augenblick, als wir jenen Zustand verließen, in dem wir wußten, daß wir nichts anderes sind als Er. Wir überließen uns dem Vergessen, so daß Er , wenn wir unsere Augen öffnen und zu Ihm zurückkehren, Sich Selbst vollständiger erkennen kann. Doch obgleich diese Reise heimwärts mit dem Augenblick der Trennung beginnt, verläuft sie viele Jahre lang unbewußt, verborgen hinter der Illusion der Welt. Die Erfahrung von tauba ist der Schock, der diese Reise bewußtwerden läßt. Wie ich schon erwähnte, gibt es einen Bund zwischen dem Liebenden und dem Geliebten, der jenseits von Zeit und Raum existiert. Wenn der Geliebte nach uns ruft, wird dieser Bund mit der Energie der Liebe aufgeladen, und das höhere Bewußtsein des Selbst kann bis zum gewöhnlichen Bewußtsein durchbrechen. Das erzeugt einen Augenblick des Gewahrseins unserer Verbindung mit dem Geliebten, der uns zum Schmerz des Getrenntseins und des Vergessens erwachen läßt.

Im Augenblick des Erwachens ist der Geliebte uns gegenwärtiger als je zuvor. In diesem Augenblick sind wir uns dessen bewußt, daß wir sowohl getrennt als auch vereint mit Ihm sind. Als menschliche Wesen tragen wir das Bewußtsein von Gott in uns, denn unser Bewußtsein ist ein Teil des göttlichen Bewußtseins. Es ist Sein größtes Geschenk, das uns von den anderen Lebensformen auf diesem Planeten unterscheidet. In diesem Augenblick des Erwachens macht Er Sich Sein Ziel bewußt. Er offenbart für Sich Selbst das verborgene Mysterium der Schöpfung, das Seine Erfahrung des Trennungsschmerzes enthält. Unsere Sehnsucht, wieder mit Gott vereinigt zu sein, ist nichts anderes als Seine eigene Sehnsucht:

Er ist es, der in mir an Seiner Anwesenheit leidet
Der durch mich nach Sich selber ruft.
Das seltsamste, das heiligste Mysterium—
Wir sind uns nah über alle Vorstellung hinaus.(9)

Der Liebende hat diese intimste aller Beziehungen mit dem Geliebten. In unserer Sehnsucht erleben wir, daß Er ebenfalls einsam ist, denn Er verlangt mehr nach uns, als wir jemals wissen können. In unserem Verlangen heimzukehren, teilt Er dieses Geheimnis mit uns: daß Er, obwohl Er vollkommen ist, uns braucht. Er braucht uns, weil wir unvollkommen sind und dieses Mysterium mit Ihm teilen können.

In der Welt, die Seine Einheit spiegelt, sind alle Dinge verschieden. Kein Augenblick gleicht dem anderen, und jedes Blütenblatt einer Rose unterscheidet sich in Form und Farbe. In dieser Welt, die Er, der vollkommen ist, erschaffen hat, ist nichts vollkommen—was die orientalischen Teppichknüpfer dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie absichtlich eine kleine Unvollkommenheit in ihren Entwurf einfügen. Darin liegt das Paradox der Schöpfung: Er, der eins ist, erkennt Sich Selbst durch die Vielfalt. Er, der vollkommen ist, sieht Sich Selbst im Spiegel der Unvollkommenheit.

Unser Gewahrsein der eigenen Unvollkommenheit beruht auf unserem tieferen Gewahrsein Seiner Vollkommenheit. Weil wir uns an den Zustand der Vollkommenheit erinnern, in dem wir nicht von Ihm getrennt sind, trägt unsere Unvollkommenheit die versteckte Qual des Getrenntseins in sich. Unsere eigene Unvollkommenheit wird am schmerzhaftesten sichtbar in der Erfahrung der Liebe. Diese Energie, die Al-Hallaj als "die Essenz der Essenz Gottes und das Mysterium der Schöpfung"(10) beschreibt, konfrontiert uns ununterbrochen mit unseren Fehlern, und im Kamasutra heißt es: "Liebe ohne Streit ist nicht von dieser Welt." Die Schöpfung enthält in sich die Gegensätze und ihren Widerstreit; daraus ist das Netz der Unvollkommenheit gewoben. Ohne Unvollkommenheit gäbe es keine Evolution. Für den Suchenden ist es ein Gewahrwerden seiner eigenen Fehler, das ihn den Urstreit zwischen Licht und Dunkelheit, Gut und Böse erfahren läßt.

Energie entsteht aus Gegensätzen, aus dem dynamischen Zusammenspiel von positiv und negativ. Deshalb wird das Erwachen als "Reue" charakterisiert; es ist ein Gewahrwerden unserer Fehler im Gegensatz zur Vollkommenheit unseres Geliebten, das die Energie erzeugt, die uns verwandelt. Zwischen die Gegensätze geworfen, verbrannt vom Gewahrsein unserer eigenen Dunkelheit und unserer Sehnsucht nach Seinem Licht, erfahren wir die Geburtswehen des Bewußtseins: daß Er die Dunkelheit in uns geschaffen hat, damit wir Ihn besser erkennen mögen. Er umfaßt die Gegensätze, während wir in ihrem Widerstreit gefangen sind. Rumi sagt: "Alles ist gut und vollkommen in Beziehung zu Gott, aber nicht in Beziehung zu uns."(11)

Wenn wir mit unserer Dunkelheit konfrontiert werden, kämpfen wir uns ans Licht. Aufgerieben vom Konflikt, ergibt sich das Ego schließlich, und wir gelangen über diese Gegensätze hinaus. Und wie wir zunächst zum Schmerz des Getrenntseins und der Dunkelheit, zur Vollkommenheit des Liebenden erwachen, so erwachen wir nun zum höheren Bewußtsein des Selbst, das die Einheit in allem erfährt. Die Suchenden haben oft Träume, in denen ihr Lehrer sich unpassend verhält—in einer Kirche flucht, in einem Meditationsraum raucht—so daß sie durch den Schock in ein Gewahrsein dieser höheren Wirklichkeit versetzt werden. Der vollkommene Mensch erkennt seine eigene Unvollkommenheit und auch die der ganzen Menschheit. Das wird durch die Geschichte von Jami illustriert, den man versehentlich für einen Dieb hielt. Als er gefragt wurde, ob er ein Dieb sei, entgegnete er: "Was bin ich nicht?"


DIE RÜCKWNEDUNG ZU GOTT

Der Pfad, der in der Einheit beginnt und endet, konfrontiert den Wanderer mit der Dualität von Welt und Gott. Auf der Suche nach dem Geliebten haben wir uns von der Welt abgewandt und wenden uns nun Gott zu. Das ist der zweite Teil des shahada, illa'llah (außer Gott), die Bestätigung. Es löst einen Kampf aus, da Ego und denkender Geist an den bekannten Werten und Strukturen der äußeren Welt festhalten und sich dem Drang des Herzens und seines tiefen Verlangens nach der formlosen inneren Welt widersetzen.

Doch die Bestätigung ist auch eine bewußte Identifikation mit der Suche und unserem Verlangen nach dem Geliebten. Als Hilfe im Kampf bei der Rückwendung zu Gott verleihen wir uns selbst eine Identität als Wanderer, als spiritueller Sucher. Anstatt uns direkt mit dem völligen Nichts der spirituellen Wahrheit zu konfrontieren, in der das Ego ausgelöscht ist, geben wir unserem Verstand etwas, woran er sich halten kann, eine Leiter, die aus der Welt der Form in die der Formlosigkeit führt. Diese Idee einer spirituellen Identität ist ein Trick, der dem Ego hilft, sein Festhalten an der Welt zu überwinden. Das Ziel ist, "ohne Merkmale und Form" zu werden, jeglichen Namen zu verlieren, bis nur noch Sein Name übrigbleibt. Als Irina Tweedie ihren Sufi-Meister Bhai Sahib darum bat, initiiert zu werden, antwortete er: "Das ist nichts für Sie." Sie erkannte, daß "es im Widerspruch zu dem stünde, was ich anstrebe, nämlich dem Ringen mit der gigantischen Aufgabe, zu lernen, wie man ein Nichts wird."(12) Doch dieser Prozeß des Auslöschens braucht Zeit. Es ist ein allmählicher Tod. In den Upanischaden heißt es, daß man, wenn man so verzweifelt nach der Wahrheit verlange wie ein Ertrinkender nach Luft, sie im Bruchteil einer Sekunde erkenne. Doch wer verlangt so sehr nach der Wahrheit? Bevor wir uns der bodenlosen Leere überlassen, die jenseits des denkenden Geistes liegt, müssen wir den langsamen Aufstieg bewältigen, der unser eigener Kreuzweg ist.

Als die buddhistischen Textrollen erstmals von Indien nach China gebracht wurden, stellte man unterwegs fest, daß sie leer waren. Diese Rollen enthielten die spirituelle Wahrheit. Doch wie nur Ananda allein verstand, als Buddha schweigend eine Blume hochhielt, während die anderen des "Stufenwegs der Erleuchtung" bedurften, so braucht die Menschheit eine stufenweise Annäherung an die große Leere. Beschriebene Rollen dienten als Ersatz, um den Suchenden zu helfen, den inneren Pfad zu verstehen.

Wenn wir uns erstmals zum Geliebten zurückwenden, betrachten wir uns als Wanderer auf dem Pfad. Nach und nach erkennen wir, daß dieser pfadlose Pfad nichts anderes ist als unser eigenes inneres Sein, das nach uns ruft. Dann werden Wanderer und Pfad immer weniger dual. Schließlich verschwinden beide. Doch die Idee, ein Wanderer auf dem Pfad zu sein, ist eine notwendige Illusion, die eine Brücke schlägt zu einer Welt jenseits des Ego.

Ein wesentlicher Teil dieser "Überquerung" ist die Ausrichtung auf den Geliebten. Wir können uns nicht von der Welt abwenden, wenn wir uns nicht zugleich Gott zuwenden. Wir können uns nur dadurch von den Wünschen befreien, die uns in dieser Welt gefangenhalten, daß wir uns dem größeren Wunsch nach Gott überlassen. Wir entkommen der Anziehung der Erde dadurch, daß wir uns bewußt auf die größere Anziehung der Sonne aller Sonnen einstellen. Die Bestätigung illa 'llah ist eine 180-Grad-Wende, durch die wir uns wieder auf die Energie des Selbst einstellen, die uns transformiert. Ein Teil dieses Prozesses ist die bewußte Einsicht, daß die Wahrheit eine innere Wirklichkeit ist. Die Wende um 180 Grad bedeutet somit eine Wende von der äußeren Welt zur inneren Welt. Es ist eine bewußte Verpflichtung zur inneren Reise. Mit den Worten des hl. Augustinus: "Kehre zurück in dich selbst. Im inneren Menschen liegt die Wahrheit."(13)


ISOLATION UND DIE SCHAM DER SPIRITUALITÄT

Am Anfang gibt es eine leidvolle Phase der Absonderung, wenn die alten Werte zusammenbrechen. Wir brauchen oft mehr Zeit zum Alleinsein und haben das Bedürfnis nach einer Veränderung unserer Lebensweise. Nach und nach verliert die äußere Welt ihre Anziehungskraft, und dasselbe kann mit alten Freunden und alten Gewohnheiten geschehen. Der Brennpunkt unserer Orientierung hat sich verlagert, und Menschen und Aktivitäten, für die wir uns bisher interessiert hatten, halten unsere Aufmerksamkeit nicht mehr fest. Ebenso können auch wir für andere langweilig erscheinen, die nur an äußeren Stimuli interessiert sind. Wessen Identität und Selbstwert nur von der äußeren Welt bestimmt wird, fühlt sich vielleicht sogar bedroht von der stillen Stimme eines Menschen, der in die andere Richtung blickt, der danach strebt, das Ego zu verlieren, anstatt es zu befriedigen. Aus diesem Grund ist die spirituelle Gruppe so wertvoll, da sie ein Gefühl der Gemeinschaft bietet in einer Welt, von der sich der Suchende zunehmend isoliert fühlen mag.

Dieses Gefühl der Isolation wird durch unsere westliche Kultur, die seit langer Zeit die Mystik leugnet, verstärkt. Seit ihrem frühen Kampf gegen die Gnostiker hat die christliche Kirche die individuelle Suche abgelehnt, um ihre gesellschaftliche und politische Macht zu stärken. Wo sind die wandernden Derwische oder die orangefarben gekleideten "Hauslosen" unserer Kultur? Die Tendenz der Suchenden zur Isolation ist besonders stark in den USA, die als die extravertierteste Gesellschaft der Welt wenig Sympathie für den introvertierten Pfad des Mystikers aufzubringen vermag.

Nur zu oft trägt der Außenseiter den Schatten der Kultur, in diesem Fall die unerkannte Sehnsucht nach etwas, das über die materielle Welt hinausgeht. Jene, die zum Geliebten gehören, tragen seinen Fluch, der die Erinnerung an Seine Umarmung ist. Nichts in der Welt kann ihnen Erfüllung bringen. Wenn sich dieser Fluch mit dem kollektiven Schatten verbindet, kann daraus leicht ein Gefühl der Scham entstehen. Wie viele Kinder leiden unter einem heimlichen Kummer, weil sie eine Welt sehen, die für ihre Eltern unsichtbar ist? Wie viele Jugendliche begraben ihre Spiritualität, weil sie kein Echo findet? Diese Gefühle schwären in der Dunkelheit. Sie werden zur heimlichen Scham des Schattens. Wir spüren die Leere der materiellen Werte. Wir sehen, daß der Kaiser keine Kleider hat. Doch ohne einen äußeren Kontext, der diese Einsicht bestätigt oder uns hilft, sie zu verstehen, sind wir mit der Urschuld unseres Bewußtseins alleingelassen. So trägt die Spiritualität einen zweifachen Fluch in sich.

Eine Frau, die vor der Notwendigkeit stand, ihre Spiritualität zu akzeptieren, hatte einen Traum, in dem sie eine Katze aus einem Sack herausließ. Sie offenbarte ihr Geheimnis, das in der Schuld enthalten war. Zugleich trat ein unbewußtes Gefühl zutage, daß sie bestraft würde, denn der kollektive Schatten trägt die Gefahr der Verfolgung in sich; und unsere kollektive Geschichte ist nur allzu reich an Verfolgung um der Spiritualität willen. Während dieser Phase, in der man sich das innere Streben eingesteht, ist die Unterstützung durch eine spirituelle Gruppe von unschätzbarem Wert, denn hier werden die Gefühle der Scham geteilt, bis sie sich auflösen. Der Suchende ist in einem Kreis von Freunden, in eine Gruppe von Seelenverwandten aufgenommen.

Wanderer fühlen sich immer von Menschen angezogen, die gleich ihnen auf dem Weg sind. Das ist die verborgene Resonanz innerhalb einer Sufi-Gruppe, die von denen wahrgenommen wird, die dazugehören. Es ist eine kollektive Erinnerung an den Geliebten, eine geteilte stille Sehnsucht. Abu Sa'id Abi'l -Khayr beschreibt den Ursprung dieser Freundesgruppen:

Tausend Jahre, bevor Gott diese Körper geschaffen hat, erschuf Er die Seelen und hielt sie bei Sich und warf ein Licht auf sie. Er wußte, wieviel jede Seele aufnahm, und Er zeigte sein Wohlgefallen je nach ihrer Erhellung. Die Seelen blieben während all dieser Zeit im Licht, bis sie ganz und gar genährt davon waren. Diejenigen, die in dieser Welt voller Freude und Übereinstimmung miteinander leben, müssen an jenem Ort miteinander verwandt gewesen sein. Hier lieben sie einander und werden Freunde Gottes genannt, und sie sind Brüder, die einander lieben um Gottes Willen. Diese Seelen erkennen einander am Geruch wie die Pferde.(14)

Wenn wir solche Freunde finden, sind wir wie das häßliche Entlein, das die Schwäne sah und in ihnen sein eigenes Spiegelbild erkannte. Das Gefühl der Erleichterung kann erschütternd sein. Wir haben die Unterstützung gefunden, die wir auf unserer inneren Reise brauchen. Wir können uns unseren eigenen Wunden stellen, ohne davon überwältigt zu werden. Wir sehen in Gottes Fluch den Segen, den er in Wirklichkeit bedeutet. Wir erkennen unsere Sehnsucht als das Lied, das uns nach Hause bringt.

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Anmerkungen:
Die Schattenseite des spirituellen Lebens

(1) Dhu'l-Nûn wurde gefragt: "Was ist das Ende des Mystikers?" Er antwortete: "Wenn er ist, was er war, bevor er war." Siehe A.J. Arberry, The Doctrine of the Sufis, S. 152.
(2) Ghalib, in The Enlightened Heart, Hrsg. Stephen Mitchell, S. 106.
(3) Schimmel, Mystische Dimensionen des Islam, S. 47.
(4) R.A. Nicholson, Studies in Islamic Mysticism, S. 184.
(5) Rûmî, in C. Zweig and J. Abrams, Meeting the Shadow, S. 80.
(6) Nicholson, The Mystics of Islam, S. 31.
(7) Jeanne Guyon, Spiritual Torrents, S. 1.
(8) Rûmî, Mathnawî, 1/132.
(9) Rûmî, in Andrew Harvey, Love's Fire, S. 77.
(10) Schimmel, Mystical Dimensions of Islam, S.72.
(11) Chittick, The Sufi Path of Love, S. 54.
(12) Irina Tweedie, Der Weg durchs Feuer, S. 287
(13) De Vera religione, XXXIX, 72.
(14) Nicholson, Studies in Islamic Mysticism, S. 56.

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Bibliographie:

Guyon, Jeanne. The Song of the Bride. Auburn, Maine: The Seed Sowers, 1990.

Harvey, Andrew. Love's Fire, Re-Creations of Rumi. Ithaca, New York: Meerama, 1989.

Jung, C.G.: Gesammelte Werke. Olten: Walter, 1978.

Mitchell, Stephen, ed. The Enlightened Heart. New York: Harper and Row, 1989.

Nicholson, R.A. Studies in Islamic Mysticism. Cambridge: Cambridge University Press, 1921.

Schimmel, Annemarie: Mystische Dimensionen des Islam. München: Diederichs, 1980.

Tweedie, Irina: Der Weg durchs Feuer. Interlaken: Ansata, 1992.

Upton, Charles. Doorkeeper of the Heart, Versions of Râbi'a. Putney, Vermont: Threshold Books, 1988.

Vaughan-Lee, Llewellyn. The Call & the Echo: Sufi Dreamwork and the Psychology of the Beloved. Putney, Vermont: Threshold Books, 1992.

Zweig, Connie and Abrams, Jeremiah, ed. Meeting the Shadow. Los Angeles: Jeremy P. Tarcher, 1990.